Wie lässt sich ein Produktionsgraben absichern, ohne den Betrieb einer Produktionsmaschine zu stören?

Die Anpassung einer bestehenden Fertigungsanlage an Sicherheitsvorschriften besteht nicht immer aus dem simplen Einbau einer Einhausung oder digitalen Verriegelung. Manche Ausgangslagen zwingen dazu, den Schutz eines Gefahrenbereichs von Grund auf zu überdenken, ohne die für das Produktionsverfahren erforderlichen Bewegungen, den Zugang für Wartungsarbeiten oder die Ergonomie der Bedienenden zu beeinträchtigen. 

Genau diese Herausforderung hat Thomas Constructions Mécaniques (TCM) im Rahmen eines Projekts gemeistert, das es für einen seiner Kunden, einen führenden europäischen Vertreter der Metallindustrie, verwirklichte: die Konzeption, Herstellung und Installation eines maßgeschneiderten Schutzsystems für einen Graben im Bereich einer Anlage zur Rollenbeförderung. 

Die bestehende Anlage besteht aus einem Graben und Lagern für Rollen, über die ein Laufwagen mit einer Rollen-Hubwinde fährt. Das Schutzsystem musste also diesen Bereich sichern, ohne die jeweiligen Positionen und Bewegungen der Hubanlage zu stören. Der allgemeine Aufbau umfasst insbesondere den Graben, die Lagerbereiche, den Laufwagen mit Hubwinde, eine fixierte und eine bewegliche Plattform, feste Schutzelemente sowie einen hochklappbaren Metallboden.  

An dieser Schnittstelle zwischen Sicherheit der Bedienenden, bestehender Mechanik und betrieblichen Zwängen entfaltet das Know-how eines Herstellers von Sondermaschinen seinen vollen Wert. 

Die Herausforderung: einen Graben schützen, ohne die Bewegungen der Rollen-Hubwinde zu beeinträchtigen.

Ein offener Graben in der Nähe eines Arbeitsbereichs stellt ein Risiko dar, das bei der Sicherung einer Betriebsanlage berücksichtigt werden muss. Doch in diesem Fall war ein permanentes Verschließen des Grabens nicht möglich: Ein Teil dieses Bereichs ist direkt für das Funktionieren des Beförderungssystems der Rollen erforderlich. 

Das Projekt erforderte folglich eine Lösung, die in der Lage ist, den Graben materiell zu schützen, wenn es nötig ist, und automatisch Platz zu schaffen, wenn es die Betriebsabläufe erfordern. 

Die Herausforderung war umso interessanter, als TCM auf Grundlage der bestehende Anlage arbeiten sollte, anstatt sie zu ersetzen. Die mobile Plattform musste deshalb vom Laufwagen der Rollen-Hubwinde bewegt werden. Das Konzept sieht ferner die Möglichkeit vor, diese Plattform mithilfe von Werkzeug schnell auszubauen, damit der Laufwagen unter ihr hindurch- und in die untere Luke einfahren kann, um die Wartung der Hubwinde zu ermöglichen.  

DIE HERAUSFORDERUNGEN DES PROJEKTS

Einen Produktionsgraben und seine Lagerbereiche sichern; die Funktionsfähigkeit der bestehenden Rollen-Hubwinde erhalten; den Durchgang der Bedienenden über die geschützten Bereiche ermöglichen; den Zugang zur Hubwinde für Wartungsarbeiten ermöglichen; den neuen Schutz in die bestehenden mechanischen und elektrischen Installationen integrieren. 

Vom Maßnehmen bis zur Konzeption: einen wirklich maßgeschneiderten Grabenschutz entwickeln

Vor dem Beginn der Herstellung gilt es, die Anlage zu verstehen. 

Deshalb hat TCM das Projekt mit einer Besichtigung am Standort des Kunden begonnen, um Maß zu nehmen, worauf eine Vorstudie und die Konzeption des Systems durch das hauseigene Entwicklungsbüro folgten. Anschließend fertigte TCM die verschiedenen Bauteile, die an den Standort des Kunden geliefert und dort montiert wurden, ehe die Anlage abgenommen und die technischen Unterlagen übergeben wurden.  

Dieses Vorgehen ist typisch für die Anpassung bestehender Fertigungsanlagen an Sicherheitsvorschriften: Die Lösung muss im Einklang mit den Bedingungen vor Ort konzipiert werden. 

Bei diesem konkreten Projekt ging es also nicht darum, einen von der Maschine unabhängigen Schutz zu entwickeln, sondern ein mechanisches Ensemble, dessen Bewegungen sich direkt in die Funktionsweise der Rollen-Hubwinde integrieren. 

Eine fest installierte Plattform, um einen geschützten Gehbereich zu schaffen

Industrielle Grubenabdeckung mit Gelenkklappen, installiert von TCM

Das erste Element des Systems ist eine aus Riffelblechen bestehende, fest installierte Plattform. Sie bedeckt den Graben sowie die nicht genutzten Lagerbereiche und verfügt über eine mithilfe von Werkzeug abnehmbare Luke, die die Wartung der Hubwinde ermöglicht.  

Auf den Abbildungen der fertigen Installation kann man diese Plattform als große, rutschfeste Metallflächen im Umfeld des Fahrbereichs erkennen. Für sie wurde eine bewusst robuste Ausführung gewählt, die einem Produktionsstandort der Metallindustrie angemessen ist. 

Eine vom Laufwagen bewegte, mobile Plattform

Eine weitere Schwierigkeit stellte der Schutz des Bereichs dar, der je nach der Position des Laufwagens der Rollen-Hubwinde entweder offen oder geschlossen sein muss. 

TCM hat hierzu eine mobile Plattform entwickelt, die in das Gestell der fest installierten Plattform eingeführt wird. Ihre Konzeption als Kragträger trägt den Großteil ihres Gewichts, das zusätzlich durch den Laufwagen der Rollen-Hubwinde gestützt wird. Entscheidend ist, dass zu ihrer Bewegung kein unabhängiger Schalter notwendig ist: die Plattform wird durch die Bewegung des Laufwagens der Rollen-Hubwinde bewegt.  

Die mobile Blattform wird in Interaktion mit dem Laufwagen der Hubwinde über den Graben geschoben.  

Diese Konzeption nutzt auf intelligente Weise die bereits vorhandene Bewegungsenergie der Maschine. 

Industrielles Grubenschutzsystem mit beweglicher Metallplattform,
entwickelt von TCM

Ein abnehmbarer Metallboden aus ineinandergefügten Platten

Einfahrbarer Metall-Schutzboden zur Grubenabsicherung an einer Coil-Handlingslinie

Ein anderer Teil des Grabens erforderte eine unterschiedliche Lösung. 

Deshalb hat TCM einen abnehmbaren Metallboden entwickelt, auf dem die Bedienenden gehen können. Er besteht aus ineinandergefügten Platten, die per Laufrollen auf Schienen geführt werden. Auch seine Bewegung ist direkt an den Laufwagen der Rollen-Hubwinde gekoppelt.  

Das vom Entwicklungsbüro entworfene mechanische Prinzip beruht auf der Verbindung der Platten, Achsen und Laufrollen, sodass die Abdeckung der gesamten Breite des Grabens gewährleistet wird.  

Bei der endgültigen Installation lassen sich sehr gut diese Abfolge gelber Platten erkennen, die – aneinandergereiht – eine kontinuierliche Fläche aus Riffelblechen ergibt. Wenn der Bereich geöffnet werden muss, stapeln sie sich kompakt am Ende des Grabens. 

UNSERE LÖSUNG

Ein Schutz des Grabens, der unter Berücksichtigung der bestehenden Maschine entwickelt wurde: fest installierte Plattform + mobile Plattform + abnehmbarer Metallboden aus ineinandergefügten Platten + fest installierte Schutzelemente + Sicherung des Zugangs für Bedienende. Ziel war es also nicht, eine Standardausrüstung um ein Produktionsverfahren herum zu installieren, sondern den Schutz zu einem integrierten Bestandteil seines Ablaufs zu machen. 

Doch die Sicherheit betrifft nicht nur die Mechanik: Auch die Kontrolle des Zugangs zum Bereich ist wichtig

Der materielle Schutz des Grabens ist die eine Seite des Projekts. Die andere Betrifft die Zugangskontrolle zum geschützten Bereich. 

Der Zugangstür wurde ein Sicherheitssensor hinzugefügt, der die Tür erst öffnet, wenn der Bedienende einen Knopf drückt. Beide neuen elektrischen Komponenten wurden in die bestehenden Schaltschränke integriert.  

Hier spielt das Sicherheitssystem eine zentrale Rolle: Die Tür kann erst dann geöffnet werden, wenn der Laufwagen der Rollen-Hubwinde eine der beiden zuvor festgelegten Positionen erreicht hat; auf diese Weise wird verhindert, dass sich eine Person während der Bewegung des Laufwagens im geschützten Bereich aufhält.  

Die Anpassung einer bestehenden Fertigungsanlage an Sicherheitsvorschriften muss deshalb alle relevanten Aspekte berücksichtigen: Mechanik, Zugang der Bedienenden, Automatisation und Wartung müssen in einem Ansatz vereint werden. 

Von der Erstellung von 3D-Plänen bis zur Installation vor Ort: TCM liefert einen Komplettservice aus einer Hand

Das Projekt ist ein Beleg für die Vorteile, die sich durch einen Dienstleister ergeben, der alle Arbeitsschritte selbst ausführen kann. 

Nach dem Maßnehmen vor Ort hat das Entwicklungsbüro von TCM das Konzept und die erforderlichen Arbeitsschritte ausgearbeitet. Anschließend wurden die Komponenten gefertigt, an den Standort geliefert und dort direkt an der Produktionsanlage montiert. Die vertragliche Dienstleistung reicht also von der Vorstudie und der Konzeption bis zur Montage, der Abnahme und der Übergabe der technischen Unterlagen.  

Diese Philosophie macht sich TCM bei allen Realisationen im Bereich der Anpassung an Sicherheitsvorschriften zu Eigen: eine auf die bestehende Anlage zugeschnittene Lösung entwickeln, anstatt eine Standardlösung auf alle Maschinen anzuwenden.  

 

DIE VORTEILE FÜR DEN KUNDEN

Ein geschützter Graben, ganz nach Bedarf der jeweiligen Betriebsphase; eine in die Funktionsweise der bestehenden Anlage integrierte Lösung; eine für die Bedienenden begehbare Fläche in den Bereichen, in denen dies erforderlich ist; Bewahrung des problemlosen Zugangs für Wartungsarbeiten; eine robuste, dem industriellen Produktionsstandort angemessene Konzeption; ein Projekt aus einer Hand, vom Maßnehmen vor Ort bis zur Montage. 

Warum sollten Sie sich für die Anpassung von Fertigungsanlagen an Sicherheitsvorschriften an TCM wenden?

Jede bestehende Maschine hat ihre eigene Geschichte, ihr Antriebssystem, ihre Produktionsbedingungen und ihre Wartungsanforderungen. Deshalb kann die Anpassung bestehender Fertigungsanlagen an Sicherheitsvorschriften weit mehr erfordern als nur die Bereitstellung von Sicherungselementen. 

Dank seines Entwicklungsbüros und seiner Fertigungswerkstatt ist Thomas Constructions Mécaniques in der Lage, maßgeschneiderte Lösungen zu konzipieren und herzustellen, die sich perfekt in bestehende Anlagen einpassen lassen. Dank dieser hausinternen Kompetenzen können mechanische, elektrische und funktionale Aspekte des Projekts zeitgleich behandelt werden, von der Vorstudie bis zur Installierung am Standort. 

Schutz eines Grabens, Einhausung, bewegliche Schutzelemente, Anpassung einer bestehenden Maschine oder eines Gefahrenbereichs: Jedes Projekt beginnt mit der Analyse des tatsächlichen Bedarfs und der Anforderungen der Betriebsverfahren. 

Dieser Ansatz für die Anpassung bestehender Fertigungsanlagen an Sicherheitsvorschriften entspricht der Philosophie, die TCM auch bei seinen anderen Aktivitäten zugrunde legt: Konzeption von Sondermaschinen, Wartung von Industrieanlagen und Retrofit von Produktionsanlagen.  

Sie müssen einen Graben absichern oder eine bestehende Fertigungsanlage an Sicherheitsvorschriften anpassen?

Ein Gefahrenbereich kann nicht immer mit einer Standardlösung gesichert werden. 

Deshalb begleitet Sie TCM bei den Vorstudien, der Konzeption, der Fertigung und der Installation einer Sicherungslösung, die an Ihre Anlage und Ihre Produktionserfordernisse angepasst ist. 

Sie haben eine Gefahr im Bereich eines Grabens, einer Förderanlage oder einer Produktionsmaschine erkannt? Sie müssen neue Schutzelemente einbauen, ohne Ihre existierende Anlage zu ersetzen? 

Dann sprechen Sie mit uns über Ihr Projekt der Anpassung an Sicherheitsvorschriften. Unser Entwicklungsbüro erarbeitet gemeinsam mit Ihnen eine maßgeschneiderte Lösung, die sowohl die Sicherheit als auch den Betrieb und die Wartung Ihrer Anlage berücksichtigt.